Die Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr e.V. ist seit dem 7.3.1950 - seit nunmehr über 65 Jahren - im Ennepe-Ruhr-Kreis für die Sicherheit im Straßenverkehr tätig.

Unsere heutige Welt ist von sich ständig verändernder Mobilität geprägt. Wachsende Verkehrsströme und begrenzte Verkehrsräume verlangen von allen Verkehrsteilnehmern partnerschaftliches Verhalten.

An dieser Stelle setzt die Arbeit der Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr e.V. an, die durch persönliche Ansprache, Aufklärungsaktionen, Zielgruppenprogramme und Medien die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer verbessert. Diese Aktionen werden vorwiegend mit der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr durchgeführt.  

Wir betreuen alle Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises außer Witten.

Die Vorstandsmitglieder

Randolf Schildt (Finanzvorstand)
Susanne Landsberger (Pressereferentin)
Sonja Becker (Geschäftsführerin)
Thomas Landsberger (Vorsitzender)

 

 

Die Anfänge der Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr e.V.

Am 1.3.1950 wurde die Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen gegründet. Unmittelbar danach, nämlich bereits am 7.3.1950 wurde die Satzung der Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr verabschiedet und der Verein unter der Nummer VR 99 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Schwelm eingetragen. Ziel des neu gegründeten Vereins war es, den steigenden Unfallzahlen im Straßenverkehr aktiv zu begegnen.

Die Zielgruppen, die damaligen Schwerpunkte und Arbeitsmethoden haben sich in den Jahren sicherlich verändert. Die Ziele selbst indes sind bis heute unverändert geblieben: mehr Schutz und Sicherheit auf unseren Straßen.

Zum 1. Vorsitzenden wählten die Gründungsmitglieder Otto Öffelke, der  dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1978 inne hatte. Die erste Geschäftsstelle befand sich in den Räumen der Schwelmer Geschäftsstelle der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, bei der der damalige Geschäftsführer, Herr Gülke, beschäftigt war.

Die finanziellen Anfänge waren bescheiden. Der Jahresbeitrag für jedes der noch nicht sehr zahlreichen Mitglieder betrug lediglich 5,-- DM. Umso bemerkenswerter waren die Aktivitäten, die von dem noch jungen Verein in Sachen Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit ausgingen.

 

Verkehrsexperte Albert Schneider

In dem Ennepetaler Fahrlehrer Albert Schneider fand die Verkehrswacht einen Experten in Verkehrserziehungsfragen, der sowohl durch Sachkunde und Ideenreichtum, als auch durch sein tatkräftiges und zielstrebiges Wirken die Arbeit voran trug. So organisierte er als Stützpunktleiter  mit Büro in seinen damaligen Fahrschulräumen in Ennepetal u. a. Kraftfahrerversammlungen insbesondere für Berufskraftfahrer, führte Verkehrsquizveranstaltungen mit selbst entworfenen Fragebögen durch und hielt unter Einsatz eigener  Mittel erste Radfahrprüfungen ab. Das Engagement fand so großes Interesse, dass der damalige NWDR (Nord-West-Deutscher-Rundfunk) ihn zu einer Radiosendung unter dem Titel „Was kann der Einzelne zur Verkehrssicherheit beitragen“ einlud. Die Sendung gab Gelegenheit, die Arbeit der noch jungen Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr als beispielhaft vorzustellen.

Wesentlicher Schwerpunkt der Verkehrswachtsarbeit in den ersten Jahren nach der Gründung war die Aufklärung und Nachschulung der zum Teil aus Krieg und Gefangenschaft mit „Komissführerschein“ zurückgekehrten Kraftfahrer, die zwar über fahrtechnisches Können verfügten, deren theoretisches Wissen den Anforderungen des dichter und komplizierter werdenden Straßenverkehrs jedoch nicht immer entsprach. Außerdem begann die Verkehrswacht schon bald, sich der als sehr wichtig erkannten Aufgabe der Verkehrserziehung der Kinder an Schulen zu widmen. Bereits damals entstand die erste Verkehrspuppenbühne. Der „Verkehrskasper“ sollte Kindergartenkinder und Lernanfänger spielerisch auf die ersten Schritte im Straßenverkehr vorbereiten. Die Verkehrserziehung in Kindergärten und Schulen erwies sich jedoch als schwierig, weil die dafür notwendigen Mitarbeiter noch fehlten. Verkehrserziehungsbeamte gab es bei der Kreispolizeibehörde damals noch nicht. Etwa 1960 wurde diese Arbeit daraufhin erst einmal wieder eingestellt.

Im Jahr 1954 wurde Herr Schneider als erster Fahrlehrer vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Als Albert Schneider 1962 starb, verlor nicht nur die Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr einen ihrer engagiertesten und sachkundigsten Verkehrserzieher. Viele schätzten ihn über die Grenzen seines engen Wirkungskreises hinaus als Verkehrsexperten. Heute noch bekannt ist die von ihm entwickelte „Schneider-Garthe-Tafel“, eine Magnettafel für den Fahrschul- und Verkehrserziehungsunterricht. Weiterhin verfasste Albert Schneider Bücher zur Verkehrserziehung und empfahl zum Beispiel als erster die später in die Straßenverkehrsordnung übernommene Vorschrift, auf Straßen ohne Gehweg links zu gehen.

Im Jahr 1964 trat Wendelin Dorner, der von 1978 bis 1982 1. Vorsitzender war, in die Verkehrswacht ein und trug wesentlich dazu bei, das von Albert Schneider übernommene Ziel der Verkehrswacht, an allen größeren Grundschulen einen Verkehrsübungsplatz einzurichten,  zu verwirklichen.

 

Intensivierung der Verkehrserziehung

Da Anfang der siebziger Jahre die Unfallzahlen anstiegen, wurden 1974/1975 spezielle Polizeivollzugsbeamte seitens des Innenministeriums des Landes NRW mit der Verkehrserziehung betraut, was die Verkehrserziehungsarbeit wesentlich erleichterte.  So wurde 1975 in den Grundschulen die Radfahrprüfung eingeführt. Zeitgleich entstand für Kinder in den Kindergärten/Grundschulen die Verkehrspuppenbühne. Zur Vermeidung von Schulwegunfällen wurde die Aktion „Bürgerlotsen“ gestartet. Aufgrund der räumlichen Entfernung der Grundschulen zu weiterführenden Schulen wurde bewusst auf den Einsatz von Schülerlotsen verzichtet. Verantwortungsbewusste Eltern übernehmen bis heute in verschiedenen Städten diese wichtige Aufgabe.

Zur Durchführung der Radfahrausbildung stellte die Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr bereits 1977 die erste mobile Jugendverkehrsschule zur Verfügung. Es handelte sich hierbei um einen LKW, auf dem Fahrräder und Verkehrszeichen zu Ausbildungszwecken zu den einzelnen Schulen transportiert wurden, da in unserem doch eher ländlich geprägten Bereich eine flächendeckende Radfahrausbildung in stationären Jugendverkehrsschulen  nicht praktikabel ist. Parallel zur personellen Aufstockung der Verkehrserziehungsbeamten der Polizei wurden weitere mobile Jugendverkehrsschulen angeschafft.

Von 1982 bis 1997 leitete Norbert Filbrand als 1. Vorsitzender  die Geschicke der Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr. Er wurde 1997 von Günter Gräbe abgelöst, der das Amt bis 2015 inne hatte. Günter Gräbe war übrigens der erste Polizeibeamte im Ennepe-Ruhr-Kreis , der durch den Erlass des Innenministeriums 1974/1975 mit der Aufgabe der Verkehrserziehung amtlich beauftragt wurde. 2015 wurde Thomas Landsberger ins Amt des Vorsitzenden gewählt.

 

1982 übernahm Randolf Schildt das Amt des Geschäftsführers. Er übte dieses Amt bis zu seiner Wahl zum Kassierer im Jahr 1999 aus. Von 1999 bis 2013 war Geschäftsführer Michael Schwandt, der 2013 von Matthias Kolbe abgelöst wurde. Von 2014-2015 war Thomas Landsberger Geschäftsführer der das Amt 2015 an Julia Schmedemann übergab. 2018 übernahm Sonja Becker die Geschäftsführung.

 

Ausblick

Die wichtige Aufgabe der Verkehrserziehung erfordert immer wieder neue Überlegungen und Aktionen. Die Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr wird sich dieser Aufgabe weiterhin stellen und versuchen, nach wie vor ihren Teil zur Steigerung der Verkehrssicherheit beizutragen.